Sekten

Symptome

Sekten bedrohen die Freiheit von Menschen.
Menschen, die sich von einer Sekte angeworben werden, verlieren einen Teil ihrer Freiheit, da ihr Denken durch die Doktrin der Sekte bestimmt wird. Die Symptome sind mit denen einer Sucht vergleichbar; allerdings treten an die Stelle psychischer und körperlicher Abhängigkeit die psychische und die materielle Abhängigkeit.
Eine schwache Vorstellung davon, wie weit Sekten das Leben ihrer Mitglieder kontrollieren, bekommt man durch das Lesen von Orwells "1984".

Anwerbung

Die meisten Menschen denken, sie seien gegen solche Anwerbe- und Manipulationsversuche immun, da sie zu intelligent, zu wachsam oder zu kritisch seien. Dies ist oft ein Irrtum. Die Sekten versuchen gezielt, intelligente Menschen anzuwerben, da sie sich von diesen mehr Nutzen für die Gruppe versprechen, als von Menschen, die sowieso jede esoterische Idee glauben. Der wirksamste Schutz gegen Sekte ist, sich über die Methoden, mit denen sie versuchen, Menschen zu manipulieren, zu informieren, so daß man diese durchschaut. Vorsicht: Die meisten Sekten arbeiten bei der Anwerbung von neuen Mitgliedern mit Täuschung, d.h. sie erzählen einem nicht, zu welcher Organisation sie gehören, wer der Führer ist, welchen Zielen sie verpflichtet sind, was die spirituellen Ideen sind usw.

Manipulation

Sekten versuchen ihre Mitglieder möglichst gut zu kontrollieren. Dieses Phänomen wird von den Psychologen Bewußtseinskontrolle (mind control) genannt. Um zu verstehen, wie das vorgeht, gibt es zahlreiche Untersuchungen, u.a. die klassische Untersuchungen von J.R. Lifton über die Methoden, mit denen die Chinesen im Koreakrieg die Gefangenen beeinflußten (1960 veröffentlicht). Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde auch der Begriff Gehirnwäsche geprägt. Da die meisten mit Gehirnwäsche Vorstellungen von physischer Gewalt (Folterung, Aushungern usw.) verbinden, die heutzutage angewandten Methoden jedoch subtiler und raffinierter sind, wird von vielen psychologischen Autoren zwischen den Begriffen Gehirnwäsche und Bewußtseinskontrolle unterschieden.

Kognitive Dissonanz

Grundlegend für das Verständnis von Bewußtseinkontrolle ist die Theorie von der Kognitiven Dissonanz. (L. Festinger, 1950). Nach Festinger versucht der menschliche Geist stets Verhalten, Gefühle und Verstand in Übereinstimmung miteinander zu bringen. So sucht man z.B. auch für falsche Handlungen eine Erklärung zu finden (Rationalisierung). Zu starke Diskrepanz zwischen Verhalten, Gefühlen und Verstand versucht der Mensch dadurch auszugleichen, daß er die Komponenten entsprechend (nach Möglichkeit) anpaßt.
Daß die Gedanken das Handlen beeinflussen, dürfte unmittelbar einleuchten; jedoch begründet diese Theorie auch den umgekehrten Vorgang. Wenn man das Verhalten eines Menschen verändert, so ändern sich auch seine Gedanken und seine Gefühle.

Komponenten der Bewußtseinskontrolle

Nach Festinger lassen sich die Komponenten Verhaltenskontrolle, Gefühlskontrolle und Gedankenkontrolle unterscheiden. Hassan (s.u.: Literatur) hat eine weitere Komponente hinzugefügt: Informationskontrolle. Der menschliche Geist braucht Informationen, um arbeiten zu können.

Verhaltenskontrolle

...

Gefühlskontrolle

...

Gedankenkontrolle

...

Informationskontrolle

...

Phasen

Aufbrechen -- Verändern -- Fixieren
 
 

Links

AFF,
Sektenarchiv Umweltbibliothek Berlin
The Christian Ministry
...
speziell zu Scientology

Literatur

Steven Hassan: Ausbruch aus dem Bann der Sekten, rororo
Maragret T. Singer / Janja Lalich: Sekten, Auer
 

Spezielle Sekten

Scientology



Kurt Garloff, 98/05/04, zuletzt überarbeitet 98/05/04

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